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Argumentiere überzeugend

Du bist der Meinung, in deiner Gemeinde braucht es dringend mehr rauchfreie Zonen? Du möchtest einen besseren Schutz von Kindern vor der Sichtbarkeit von Tabak und Rauchen erwirken? Oder du hast ein anderes Anliegen rund um den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Tabak und Nikotin, von dem du deine Mitmenschen überzeugen möchtest. Wie wählst Du die wirksamsten Worte? Wir helfen beim Argumentieren.

Behauptung 1: Wir leben in einem freien Land – jede und jeder ist selbst für seine Gesundheit verantwortlich.

Antwort: Kinder und Jugendliche haben gemäss unserer Bundesverfassung Anspruch auf besonderen Schutz ihrer Unversehrtheit und auf Förderung ihrer Entwicklung. Trotzdem sind Tabak- und Nikotinprodukte in der Schweiz omnipräsent. Kinder und sind daher nicht genügend geschützt, um frei und unabhängig zu entscheiden. Zu sagen, sie seien selbst für ihre Gesundheit zuständig, geht nicht weit genug. Deshalb müssen sich die Gesellschaft und alle Akteure gemeinsam für eine Schweiz einsetzen, in der Kinder und Jugendliche frei von schädlichen Einflüssen aufwachsen können.


Behauptung 2: Unsere Kinder und Jugendlichen werden schon genug geschützt. Irgendwann reicht es mit Verboten.

Antwort: Es geht nicht um immer mehr Verbote. Es geht darum, Kinder und Jugendliche zu schützen und ihnen ein Aufwachsen ohne schädliche Einflüsse zu ermöglichen. Dazu gehören beispielsweise rauchfreie Spiel- oder Sportplätze – hier sollte es selbstverständlich sein, dass Tabak und Nikotin nichts zu suchen haben, und auch keine Zigarettenstummel rumliegen. 


Behauptung 3: So viele Jugendliche und Kinder rauchen in der Schweiz doch eh nicht. Das Problem ist von gestern.

Antwort: Die Anzahl der rauchenden Jugendlichen ist im Vergleich mit den frühen 90er Jahren zwar deutlich gesunken, in den letzten 10 Jahren hat sie sich jedoch kaum verändert. Wir verzeichnen in der Schweiz also seit etwa 2010 einen Stillstand. Ausserdem ist der Anteil im internationalen Vergleich hoch. Gerade bei den Jugendlichen können mit einer griffigen Prävention weitaus tiefere Raucherzahlen erreicht werden, wie viele Länder zeigen (zum Beispiel in Island oder Grossbritannien). 


Behauptung 4: Die Tabakindustrie verschafft der Schweiz viele Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Rauchen komplett zu verbieten würde uns mehr schaden als etwas bringen.

Antwort: Einige der grössten Tabakfirmen der Welt haben tatsächlich ihren Sitz in der Schweiz und beschäftigen rund 11'000 Angestellte. Die Folgen von Tabak und Nikotin sorgen aber hierzulande für über 3,9 Milliarden Franken an Gesundheitskosten – diese stehen in einem sehr schlechten Verhältnis zum wirtschaftlichen Nutzen der Industrie. (Quelle)


Behauptung 5: Wir haben erst gerade die Initiative für den Schutz von Kindern gegen Tabak angenommen. Jetzt warten wir doch erst einmal ab, bevor wir noch mehr Massnahmen ergreifen.

Antwort: Die Annahme der Initiative und das damit verbundene Verbot von Werbung ist ein wichtiger Meilenstein. Die Tabakindustrie ist immer noch stark in der Schweiz und investiert viel Geld in Lobbying. Die Visibilität von Nikotin- und Tabakprodukten ist nach wie vor hoch, z.B. durch IQOS-Läden an bester Lage oder Rauchende im öffentlichen Raum, auf öffentlichen Plätzen wie Spiel- oder Sportplätzen. Um Kinder und Jugendliche wirksam zu schützen, sind weitere Schritte nötig. Zudem ist noch unklar, wie die Initiative umgesetzt wird – denn das liegt beim Parlament. Sie wird wohl erst ab 2025 gelten.