Die einsame Insel · RADIX
Ab 11 Jahren · Vorbereitung: 15 Minuten · Durchführung: 40 Minuten · Niveau: Einfach
Ihre Schüler werden in kleine Gruppen aufgeteilt und bereiten sich auf eine Reise zu einer einsamen Insel vor. Dazu müssen sie aus einer vorgegebenen Liste die fünf wichtigsten Gegenstände auswählen. Diese Gruppenaktivität dient der Stärkung der Schlüsselkompetenzen Zusammenarbeit und Kommunikation und läuft wie folgt ab:
- Bildung der Gruppen
- Start der Aktivität: Jede Gruppe begibt sich auf eine einsame Insel. Die Lernenden haben 10 Minuten Zeit, um die fünf Gegenstände auszuwählen, die sie mitnehmen möchten.
- Gemeinsame Diskussion und Abschluss: Ziehen Sie anhand der bereitgestellten Fragen Lehren und Schlussfolgerungen aus dieser Erfahrung. Durch Bezüge zu Situationen aus dem Alltag, können die erworbenen Kompetenzen übertragen werden.
Ziel
- Kooperation, Kommunikation und gemeinsame Entscheidungsfindung fördern.
- Kritisches Denken entwickeln.
Entschädigung
Um eine Entschädigung für die Klassenkasse zu erhalten, nachdem mindestens 2 Lektionen der Nikotinprävention gewidmet wurden, füllen Sie bitte bis Ende Mai 2026 das Formular «Selbstdeklaration für Klassen» aus.
Bezug zu Lehrplan 21
Siehe auch v-fe.lehrplan.ch
Personale Kompetenzen:
- Eigene Ressourcen kennen und nutzen
- Selbstständigkeit: Schulalltag und Lernprozesse zunehmend selbstständig bewältigen, Ausdauer entwickeln
- Eigene Ziele und Werte reflektieren und verfolgen
Soziale Kompetenzen
- Dialog- und Kooperationsfähigkeit: Sich mit Menschen austauschen, zusammenarbeiten
- Konflikte benennen, Lösungsvorschläge suchen, Konflikte lösen
Methodische Kompetenzen
- Sprachfähigkeit: Ein breites Repertoire sprachlicher Ausdrucksformen entwickeln
- Informationen nutzen: Informationen suchen, bewerten, aufbereiten und präsentieren
Deutsch
- Gesprächen folgen und ihre Aufmerksamkeit zeigen können (D.1.C.1)
- sich aktiv an einem Dialog beteiligen können (D.3.C.1)
- Sprech-, Präsentations- und Gesprächsverhalten reflektieren können (D.3.D.1)
Wirtschaft, Arbeit, Haushalt
- Einflüsse auf die Gestaltung des Konsumalltages erkennen können (WAH.3.1)
Lebenskunde (Ethik, Religionen, Gemeinschaft)
Materialien
Ablauf
1. Einführung (10‘)
Es empfiehlt sich, innerhalb einer Klasse Untergruppen zu bilden, um den Einstieg in die Aktivität zu erleichtern und alle Lernenden zum Sprechen zu motivieren. Stellen Sie sicher, dass jede Gruppe mindestens ein ausgedrucktes Arbeitsblatt mit den Gegenständen erhält; bei Bedarf können zusätzliche Exemplare bereitgestellt werden.
Stellen Sie das folgende Szenario anschaulich vor und betonen Sie dabei die Bedeutung von Kooperation und Austausch:
«Stellt euch vor, eure Gruppe ist auf einer einsamen Insel gestrandet. Ihr wisst nicht, wann Hilfe eintreffen wird. Vor euch liegt eine Liste mit 15 Gegenständen, von denen ihr nur 5 auswählen dürft. Besprecht gemeinsam, welche 5 Gegenstände für euer Überleben am sinnvollsten sind, und einigt euch auf eine gemeinsame Entscheidung. Notiert anschliessend eure fünf ausgewählten Gegenstände und begründet eure Wahl. Ihr habt 10 Minuten Zeit, um euch zu entscheiden und schriftlich zu begründen, warum ihr diese Auswahl getroffen habt.»
2. Durchführung (15’)
Jede Gruppe erhält mindestens ein Blatt. Anschliessend beginnt sie mit dem Entscheidungsprozess und der Ausarbeitung der Argumente.
Nach Ablauf der vorgegebenen Zeit stellt jede Gruppe den anderen kurz die ausgewählten Gegenstände und die Gründe für ihre Auswahl vor. Die Lehrperson kann Folgendes hervorheben oder um Präzisierungen bitten:
- Gemeinsamkeiten zwischen den Gruppen
- Originelle Ideen oder besonders überzeugende Argumente
- Die Art und Weise, wie die Gruppe ihre Entscheidungen getroffen hat
3. Diskussion und Abschluss (15’)
Die Lehrperson regt eine gemeinsame Reflexion an und stellt hierzu zum Beispiel folgende Diskussionsfragen:
- War es einfach, sich zu einigen?
- Wie seid ihr mit Meinungsverschiedenheiten umgegangen?
- Was hat eure Entscheidungen beeinflusst – der Nutzen, der Komfort oder die Fantasie?
- Wenn ihr die Übung wiederholen müssten, würdet ihr dieselben Gegenstände wählen?
Nachdem diese Fragen diskutiert wurden, ist es sinnvoll, anhand der folgenden beiden Fragen über Gruppendruck zu sprechen:
- Wann hattet ihr während der Aktivität das Gefühl, dass die Meinung der Gruppe eure Entscheidung beeinflusst hat, obwohl ihr ursprünglich anders gedacht hattet?
- Was macht es eurer Meinung nach schwierig, „Nein” zu sagen, wenn alle anderen in die gleiche Richtung zu gehen scheinen?
Zum Abschluss ist es interessant, einen Bezug zu Situationen des täglichen Lebens herzustellen, zum Beispiel zum Konsum von Nikotin oder Alkohol, zum Tun oder Sagen von Dingen, die nicht wirklich mit unseren Werten übereinstimmen (Dummheiten, bestimmte Äusserungen ...).
Man sollte junge Menschen daran erinnern, dass man mit der Zeit und durch Übung lernt, seinem eigenen Weg zu folgen und sich dem Druck zu widersetzen. Diese Übung ist eine von vielen, um Strategien zu finden, anderen zuzuhören, auf sich selbst zu hören und respektvoll eine gemeinsame Lösung zu finden.
4. Weiterführung und Vertiefung
Wenn die Übung gut verlaufen ist, können Sie sie mit anderen Situationen und passenden Gegenständen erneut durchführen – insbesondere im beruflichen Kontext. Erstellen Sie dabei gemeinsam mit der Klasse eine neue Liste, zum Beispiel:
- An die Fasnacht gehen
- zur Geburtstagsparty eines Freundes gehen
- einen Fremdsprachenaufenthalt machen
- usw.
Quelle und Empfehlung
Diese Aktivität wurde von RADIX Schweizerische Gesundheitsstiftung im Rahmen des Programms Free.Fair.Future. Schule entwickelt.
Kontakt
Andrea Renggli, Projektleitung Free.Fair.Future. Schule: renggli@radix.ch