Überzeug mich, wenn du kannst! · CIPRET Freiburg
Ab 13 Jahren · Vorbereitung: 15-20 Minuten · Durchführung: 45 Minuten · Niveau: Einfach
- Zur Vorbereitung des Spiels wählt die Lehrperson eine Aktivität und druckt genügend Bildkarten dazu aus. Die Klasse bildet einen Stuhlkreis, und die Bildkarten liegen in der Mitte.
- Jede Schülerin und jeder Schüler erhält eine Rolle für die Diskussion: Argumentieren für die Aktivität, Argumentieren gegen die Aktivität, offen bleiben und sich überzeugen lassen, oder die Diskussion beobachten.
- Anschliessend diskutieren die Lernenden zehn Minuten lang entsprechend ihrer Rollen, wobei sie je nach Überzeugung ein Bild aus der Mitte nehmen oder keines.
- Danach folgt eine Nachbesprechung der Diskussion: zuerst als Austausch in den Gruppen, anschliessend mit der ganzen Klasse.
- Zum Abschluss wird der Bezug zu Herausforderungen beim Konsum nikotinhaltiger Produkte hergestellt, indem Fragen zu Entscheidungsdruck, Argumentationsstrategien und Überzeugungsversuchen im Alltag diskutiert werden.
Ziel
- Die Mechanismen des Gruppendrucks erleben
- Den Respekt vor Unterschieden fördern
- Selbstvertrauen entwickeln, um „Nein” sagen oder seine Meinung durchsetzen zu können
- Verstehen, dass Einflussnahme subtil sein kann und dass es möglich ist, ihr zu widerstehen
Entschädigung
Um eine Entschädigung für die Klassenkasse zu erhalten, nachdem mindestens 2 Lektionen der Nikotinprävention gewidmet wurden, füllen Sie bitte bis Ende Mai 2026 das Formular «Selbstdeklaration für Klassen» aus.
Bezug zu Lehrplan 21
Personale Kompetenzen:
- Selbstreflexion: Eigene Ressourcen kennen und nutzen
- Eigenständigkeit: Eigene Ziele und Werte reflektieren und verfolgen
Soziale Kompetenzen:
- Dialog- und Kooperationsfähigkeit: Sich mit Menschen austauschen, zusammenarbeiten
- Konfliktfähigkeit: Konflikte benennen, Lösungsvorschläge suchen, Konflikte lösen
- Umgang mit Vielfalt: Vielfalt als Bereicherung erfahren, Gleichberechtigung mittragen
Methodische Kompetenzen:
- Sprachfähigkeit: Ein breites Repertoire sprachlicher Ausdrucksformen entwickeln
Deutsch
- Gesprächen folgen und ihre Aufmerksamkeit zeigen können (D.1.C.1)
- Sich aktiv an einem Dialog beteiligen können (D.3.C.1)
- Sprech-, Präsentations- und Gesprächsverhalten reflektieren können (D.3.D.1)
Lebenskunde
- Menschliche Grunderfahrungen beschreiben und reflektieren können (ERG.1.1)
- Philosophische Fragen stellen und über sie nachdenken können (ERG.1.2)
- Werte und Normen erläutern, prüfen und vertreten können (ERG 2.1)
- Regeln, Situationen und Handlungen hinterfragen, ethisch beurteilen und Standpunkte begründet vertreten können (ERG 2.2)
- Eigene Ressourcen wahrnehmen, einschätzen und einbringen können (ERG 5.1)
- Gemeinschaft aktiv mitgestalten können (ERG.5.4)
- Verschiedene Lebenslagen und Lebenswelten erkunden und respektieren können (ERG.5.5)
- Anliegen einbringen, Konflikte wahrnehmen und mögliche Lösungen suchen können (ERG.5.6)
Materialien
- Bilder der Aktivitäten zum Ausdrucken: WORD · PDF
- Anweisungen (Rollen) für die Lernenden: WORD · PDF
- Wählen Sie etwa 2 bis 3 Lernende für die Rolle des Beobachters/der Beobachterin aus.
- Für die anderen Rollen wählen Sie etwa ein Drittel der übrigen Schüler:innen pro Rolle aus.
- Fragen für die Nachbesprechung in den Gruppen/im Plenum: WORD · PDF
- Stoppuhr
Ablauf
Vorbereitung
Bevor Sie das Spiel mit Schüler:innen durchführen, wählen Sie aus den folgenden Vorschlägen eine Aktivität aus. Alle Aktivitäten sind zwar bei vielen beliebt, jedoch immer auch risikobehaftet:
- 10 Meter tief tauchen
- Klettern (Bouldern im Freien)
- Motocross fahren
- Fallschirmspringen
- eine andere Aktivität, die Ihnen einfällt (hierzu müssten Sie vorgängig eigene Bilder erstellen)
Mögliche Variante: Wählen Sie vorgängig zwei Aktivitäten aus. Stellen Sie diese dann Ihrer Klasse oder Gruppe kurz vor. Anschliessend wählen die Schüler:innen per Handzeichen, welche Aktivität während des Spiels angestrebt wird. Drucken Sie genug Bilder der ausgewählten Aktivität aus – ungefähr für drei Viertel der Klasse.
Spiel erklären und durchführen (15’)
Sie kündigen an, dass ein Spiel beginnen wird, und bitten die Schüler:innen einen Stuhlkreis zu bilden. Legen Sie anschliessend die ausgedruckten Bilder in die Mitte des Raumes.
Erklärung des Spiels:
Die Bilder in der Mitte stellen eine Aktivität dar, die von vielen gerne ausgeführt wird, jedoch auch ein gewisses Risiko birgt.
Jede Person erhält einen Zettel mit einer Rolle, die sie während des Spiels übernehmen muss. Je nach Rolle, beobachten die Lernenden die Interaktionen, versuchen andere zu überzeugen, die Aktivität auch auszuwählen, oder aber sie davon abzuhalten.
Eine weitere Rolle besteht darin, sich je nach Argumentation für die eine oder andere Seite zu entscheiden.
Wer von der Aktivität überzeugt ist, nimmt ein Bild zu sich. Wenn ein Bild genommen wurde, darf es nicht mehr zurückgelegt werden.
Am Schluss entscheidet sich, welche Gruppe mit ihren Argumenten besser überzeugen konnte.
Vorstellung der vier verschiedenen Rollen, die nach dem Zufallsprinzip verteilt werden:
- Du bist von der Aktivität überzeugt und möchtest sie ausführen. Also nimmst du ein Bild aus der Mitte. Versuche, die anderen mit guten Argumenten von deiner Meinung zu überzeugen!
- Nimm dir Zeit, um dir die Argumente anzuhören. Du kannst ein Bild nehmen, wenn du überzeugt wirst. Du kannst aber auch darauf verzichten. Sobald du ein Bild genommen hast, darfst du es nicht mehr zurücklegen!
- Du möchtest diese Aktivität nicht machen, darum nimmst du kein Bild! Versuche mit guten Argumenten auch die anderen von deiner Meinung zu überzeugen!
- Du beobachtest die Diskussion, ohne mitzureden! Mach dir einige Notizen:
- Wie verhalten sich deine Mitschüler:innen während des Spiels?
- Welche Argumente zeigen Wirkung?
Verteilung der Rollen an die Lernenden: Jeder nimmt seine Rolle zur Kenntnis und behält sie für sich.
Spielbeginn/Diskussion: Die Lernenden haben 10 Minuten Zeit, um ihre Rolle zu spielen und zu interagieren. Das Ziel ist, dass alle während dieser Zeit in ihrer zugewiesenen Rolle bleiben.
- Starten Sie die Stoppuhr und beobachten Sie die Interaktionen. Nach Ablauf der 10 Minuten beenden Sie das Spiel.
Nachbesprechung (15’)
Austausch innerhalb der Gruppen (gleiche Rollen): Sie geben jeder Gruppe 5 Minuten Zeit, um sich zu den vorgegebenen Fragen auszutauschen.
Austausch im Plenum: Anschliessend erteilen Sie den verschiedenen Gruppen das Wort. Die folgende Reihenfolge erscheint uns optimal:
- Die Personen, die beobachtet haben
- Nacheinander: die beiden Gruppen, die überzeugen mussten (für oder gegen die Aktivität)
- Die Gruppe, die die Wahl hatte, sich überzeugen zu lassen oder nicht
Abschluss (10’)
Zusammenhang mit den Herausforderungen beim Konsum nikotinhaltiger Produkte:
Um den Zusammenhang zum Konsum von Nikotinprodukten herzustellen, werden folgende Fragen zur Diskussion mit Ihren Schüler:innen vorgeschlagen:
- Was war das Ziel des Spiels vorher?
- Was hilft euch, euren Standpunkt oder eure Meinung zu verteidigen?
- Was wäre anders gelaufen, wenn von Anfang an von einer Vape, Zigarette oder Snus statt von Aktivitäten die Rede gewesen wäre?
- Wenn im Alltag von Zigaretten, Vapes oder Snus die Rede ist, wer sind dann die Personen, die versuchen, uns/euch zum Konsum zu überreden?
- Was sind eure Strategien, um „Nein“ zu sagen, sich zu widersetzen oder bestimmte Situationen einfach zu vermeiden?
Optional, falls Zeit bleibt: Jede Gruppe hat zwei Minuten Zeit, um einen Satz zu finden, der etwas zusammenfasst, was sie während dieser Aktivität gelernt haben. Der Satz wird mündlich vorgetragen und gegebenenfalls kommentiert – oder aufgeschrieben und sichtbar im Schulzimmer aufgehängt.
Quelle und Empfehlung
Diese Aktivität wurde dank einer Zusammenarbeit zwischen CIPRET Freiburg, der Fachstelle « Gesundheit in der Schule » des Kantons Freiburg und der Schweizerischen Gesundheitsstiftung RADIX entwickelt. CIPRET Freiburg, eine Organisation, die sich für die Prävention des Tabakkonsums einsetzt, bietet verschiedene Aktivitäten für Schüler:innen an:
- ein spielerisch-pädagogisches Escape Game: Mission Télomère
- eine Ausstellung
- Präventionsworkshops
Zusätzlich bietet REPER, ein Verein, der sich für die Gesundheitsförderung, Suchtprävention und Risikoprävention einsetzt, eine breite Palette an Quizfragen, insbesondere zum Thema Tabak und Nikotin.
Kontakt
Kontakte der Fachstelle «Gesundheit in der Schule»
- BKAD/DOA & SEnOF: Denise Schneuwly, Pädagogische Mitarbeiterin, denise.schneuwly@fr.ch
- GSD/GesA: Lea Nogueira, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, lea.nogueira@fr.ch
Kontakt der Schweizerischen Gesundheitsstiftung RADIX
Andrea Renggli, Projektleitung Free.Fair.Future.Schule, renggli@radix.ch